|
aus der STRAUBINGER TAGBLATT vom 14. Jan 2005

zustimmend
: „irgendwann war die Scheu vor der Fremdsprache weg." Und das ganz ohne
hilfreiches Wörterbuch.
Die Küche
als Mittelpunkt
Das
irische Familienleben habe sich zum Großteil in der Küche abgespielt. Dort
wurde gegessen, geredet und mit den drei Adoptivkindern der Familie im Alter
zwischen zwei und sechs Jahren gespielt. Die Straubinger Schülerinnen hatten
ein gemeinsames Zimmer - „mit wunderbar gemütlichen Betten". Gleichzeitig
lebten noch zwei weitere Austauschschülerinnen aus der Schweiz und Finnland
in dem Haus.
„Wir
wohnten in Lissadyra, einem Stadtteil von Tuam", schildert Lisa. Tuam, die
Partnerstadt Straubings, sei von der Größe etwa mit Bogen vergleichbar, also
eher in die Kategorie idyllisches Kleinstädtchen einzuordnen. Den Mädchen
sind dort vor allem die vielen bunten Häuser aufgefallen. Schwarz, rot,
blau, lila: Die Iren schrecken bei der Fassadengestaltung vor keinem
Farbtopf zurück. Außerdem ist den Schülerinnen die Freundlichkeit und
Hilfsbereitschaft der Menschen in Erinnerung geblieben. „Wenn man sich nach
etwas erkundigen wollte, bekam man immer sofort sehr nett eine Auskunft",
beschreibt Lena-Maria. Etwas erschreckt habe sie allerdings die
Disziplinlosigkeit der irischen Schüler. „Wir nahmen dort am Unterricht teil
und haben uns wirklich darüber gewundert, wie sich die Schüler teilweise
benahmen. Das würde es bei uns niemals geben", erklären die beiden. Das sei
aber auch der einzige negative Aspekt ihres gesamten Aufenthalts gewesen.
„Beeindruckendes Erlebnis"
„Insgesamt
war es ein beeindruckendes Erlebnis", urteilen die beiden Schülerinnen und
können ihren Altersgenossen einen ähnlichen Auslandsaufenthalt nur
empfehlen. Das satte Grün der schönen Landschaft werden sie so schnell nicht
vergessen. Ebenso die Naturverbundenheit der Einheimischen und ihre etwas
gemütlichere Art, durch den Alltag zu gehen: „Pünktlichkeit ist für die Iren
ein Fremdwort. Sie haben ein anderes Verhältnis zur Zeit als wir Deutschen."
Der Dank
der Mädchen gilt vor allem den Wirtschaftsjunioren, die ihre Reise mit dem
Stipendium, das Flug, Unterbringung und etwas Taschengeld beinhaltete, erst
ermöglichten. Der Gegenwert beträgt rund 440 Euro pro Schülerin. Das
Stipendium vergibt der Arbeitskreis „Bildung" seit 1993 einmal im Jahr
abwechselnd an die Realschule der Ursulinen-Schulstiftung und an die
Jakob-Sandtner-Realschule. „Das positive Feedback der Schüler motiviert uns
immer wieder, einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung in Europa zu
leisten", unterstreicht Horst Weise, der diese Aktion von Anfang an betreut.
In
Austausch eingebunden
Eingebunden ist das Stipendium in den Schüleraustausch aller Straubinger
Gymnasien, der unter der bewährten Federführung des Partnerschaftsvereins
der „Freunde Tuams" läuft. So reisten Lisa und Lena-Maria zusammen mit über
30 Gymnasiasten und zwei Lehrern des Turmair-Gymnasiums im vergangenen Jahr
nach Irland.
Schwester
Daniela Fuchs freut sich mit ihren Schützlingen über die gelungene Reise
nach Irland und betont, dass Lisa und Lena-Maria aufgrund ihres besonderen
Engagements ausgewählt worden seien. Weise und Baumeister sicherten die
Fortführung des Stipendiums zu. Jetzt dürfen sich zwei Schüler der
Sandtner-Realschule auf erlebnisreiche Tage in Irland freuen. - ola -
Bilder
von der Fahrt
|